¿Was wollen die Zapastistas?

Ist der Zapatismus eine große Antwort? Ist er eine Antwort mehr auf die Probleme der Welt? Nein. Der Zapatismus ist ein Berg von Fragen. Und die kleinste Frage ist vielleicht die beunruhigendste: Und du – was ist mit dir?

„Unser Denken ist genau so klein, wie wir selbst: Es bedarf der Anstrengung aller und jeder einzelnen, damit es vielleicht möglich wird, die Verbrecher kalt zu stellen und zur gleichen Zeit alles neu zu machen. Und Alles meint alles. Jede und jeder muss seinen und ihren Weg bahnen, nach seinem und ihrem eigenen Kalender, in seiner und ihrer eigenen Geographie. Und es wird nur unter einer Bedingung anders und besser sein als alles, was wir bisher erlitten haben und was wir heute erleiden. Nur wenn das Andere anerkannt und respektiert wird, nur wenn darauf verzichtet wird, dem Unterschiedlichen das eigene Denken aufzuzwingen, und wenn endlich erkannt wird: Es gibt viele Welten und ihr Reichtum wird aus Verschiedenheiten geboren und leuchtet durch sie. Wir danken den Anderen für ihre Existenz, wir sind dankbar für die Lehren, die ihre Rebellion und ihr Widerstand uns schenken. Wir sind gekommen, um die Anderen zu umarmen und ihnen ins Ohr zu flüstern: ihr seid nicht allein. Und wir sind auch gekommen, um nach Kompliz*innen suchen… für das Leben.“

SubGaleano

Die Zapatistas sind nach Europa gekommen, um mit allen von unten und von links zu reden und uns zuzuhören. Die zapatistische Delegation wird begleitet von Mitgliedern des Indigenen Nationalkongresses, des Indigenen Regierungsrats und Aktivistinnen von Umweltorganisationen. In den letzten Jahrzehnten hat der Zapatismus eine wichtige Rolle in der Entwicklung von globalen Widerstandspraktiken gegen den Kapitalismus gespielt. Die zapatistische Bewegung setzt einen Ansatz von weltweitem Widerstand und regionaler Selbstbestimmung um, der lokale Besonderheiten respektiert und auf ihnen aufbaut. Ihr Kampf für politische, wirtschaftliche und kulturelle Rechte sowie für das Recht auf Leben schlechthin hat Aktivistinnen und kritische Geister auf der ganzen Welt nachhaltig inspiriert. Tausende Menschen aus solidarischen Netzwerken haben die Zapatistas in ihren aufständischen Gebieten besucht, um mit ihnen in Austausch zu treten und von ihnen zu lernen, partizipativ, inklusiv und demokratisch. Der Zapatismus ist ein bedeutender Bezugspunkt im Kampf für jene andere Welt, von der wir wissen, dass sie möglich ist: eine Welt, in der viele Welten Platz haben. Und jetzt haben die Zapatistas beschlossen, dass nun sie an der Reihe sind, uns zu besuchen.

„Wir möchten eine respektvolle Bitte an Euch richten: Erzählt uns Eure Geschichte. Egal, ob groß oder klein. Erzählt uns Eure Geschichte des Widerstands, der Rebellion, Euer Schmerz, Euer Ärger, Euer ›Nein‹ und Euer ›Ja‹. Und wenn Ihr einmal gefragt werdet: ›Warum sind die Zapatistas gekommen?‹, dann können wir ohne Scham für Euch oder für uns antworten: ›Sie sind gekommen, um zu lernen‹.“

Geschwader 421, am 13. August in Madrid