Erster Teil: Eine Erklärung … für das Leben

Erster Januar 2021.

AN DIE PUEBLOS, DIE VÖLKER DER WELT.
AN DIE MENSCHEN, DIE IN DEN FÜNF KONTINENTEN KÄMPFEN.

 GESCHWISTER UND COMPAÑER@S,

Während dieser letzten Monate haben wir mit unterschiedlichen Mitteln den Kontakt zueinander hergestellt. Wir sind Frauen, Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Transvestiten, Transsexuelle, Intersexuelle, Queers und mehr, Männer, Gruppen, Kollektive, Vereinigungen, Organisationen, soziale Bewegungen, Pueblos originarios/ursprüngliche Völker, Stadtteil-Zusammenschlüsse, Gemeinden und ein langes Etcetera, das uns Identität gibt.

Zweiter Teil: DAS WIRTSHAUS

Der Kalender? Der aktuelle. Die Geographie? Irgendein Winkel in dieser Welt.

Sie wissen nicht so recht, warum – jedoch laufen Sie an der Hand eines kleines Mädchens. Dieses ist kurz davor zu fragen, wo es denn wohl hingehe – als sie zusammen vor einem großen Wirtshaus stehen.

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DRITTER TEIL: DER AUFTRAG

Davon wie Defensa Zapatista versucht, Esperanza den Auftrag des Zapatismus zu erklären und andere geglückte Argumentationen.

»Nun gut, somit werde ich dir etwas sehr wichtiges erklären. Aber du kannst keine Notizen machen, denn ich möchte, dass du es in deinem Kopf bewahrst. Das Notizheft lässt du eh nur irgendwo herumliegen, deinen Kopf jedoch musst du ständig mit dir herumtragen.«

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Was wir wissen (4)

Der Auftrag / Das Wirtshaus

Zu Weihnachten setzt SubGaleano seine Erzählung fort und lässt Defensa Zapatista, ein 9-jähriges Mädchen, überlegen:

»Wenn wir bereits wissen, wo wir gehen wollen, heißt das, wir wissen
bereits, wo wir nicht gehen wollen. Somit werden wir uns mit jedem Schritt von einigen Orten entfernen und uns anderen nähern. Wir sind noch nicht angekommen, doch der Weg, den wir machen, wird uns bereits für das Ziel prägen. Wenn wir Tamales essen wollen, werden wir wohl keinen Kürbis säen.«
http://enlacezapatista.ezln.org.mx/2020/12/24/dritter-teil-der-auftrag/

Vierter Teil: ERINNERUNG AN DAS, WAS KOMMEN WIRD

Oktober 2020.

Vor 35 Oktober.

Der Alte Antonio betrachtet das Lagerfeuer, das dem Regen widersteht. Unter seinem tropfenden Strohhut zündet er seine aus Maisblättern gedreht Zigarette mit einem kokelnden Holzscheit an.

Das Feuer brennt weiter, manchmal versteckt es sich jedoch unter den Scheiten. Der Wind hilft. Mit einer Brise belebt er die Glut der Äste, die mit einem heftigen Rot erneut entflammen.

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Was wir wissen (3)

Erinnerung an das, was kommen wird

Am 18. Oktober nimmt der SubGaleano seine Überlegungen zur kommenden Weltreise wieder auf und lässt aus dem Mund des Alten Antonio die Mutter Erde sprechen:

»Die Einen gehen jetzt los, um den Invasoren zu verspotten. Die Anderen rufen die Geschwister herbei. Dass Euch nicht die Gewässer schrecken mögen, noch Kälte oder Hitze entmutigen. Eröffnet Wege, wo es bisher keine gab. Überwindet Flüsse und Meere. Überquert die Gebirge. Fliegt mit Regen und Wolken. Seid Nacht. Seid Tag. Von der Morgendämmerung geht aus und alarmiert Alle. Denn ich habe viele Namen und viele Farben, aber einig ist mein Herz und mein Tod wäre der Tod von allem.«

Fünfter Teil: DER BLICK UND DIE DISTANZ ZUR TÜR

Oktober 2020.

Nehmen wir mal an, es ist beispielsweise möglich, den Blick zu wählen. Nehmen wir einmal an, Sie  könnten sich, und wenn es nur für einen Moment ist, von der Tyrannei der Sozialen Netzwerke freimachen – die nicht nur bestimmen, was gesehen wird und von was gesprochen wird, sondern auch auf welche Weise gesehen und gesprochen wird. Nehmen wir somit an, Sie würden Ihren Blick heben. Weiter nach oben: vom Nächstgelegenen zum Lokalen, Regionalen bis hin zum Landes- und Weltweiten. Sehen Sie es? Ja, sicherlich: ein Chaos, ein Wirrwarr, ein Durcheinander.

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Was wir wissen (2)

Der Blick und die Distanz

Am 10 Oktober beginnt der SubGaleano (die zapatistische Wiederauferstehung des verstorben SubMarcos) mit einer ganzen Reihe von Überlegungen im Hinblick auf mögliche Beweggründe und Möglichkeiten der künftigen Weltreise:

–  „Wenn Sie in jeden Winkel dieses sterbenden Planeten gehen könnten, was würden Sie tun? Nun gut, wir wissen es nicht. Jedoch wir – zapatische Frauen, Männer, AnderE – würden gehen, um zu lernen. Ja klar, auch um zu tanzen; aber ich glaube, eine Sache schließt nicht die andere aus.“

SECHSTER TEIL: EIN BERG AUF HOHER SEE

KOMMUNIQUÉ DES GEHEIMEN REVOLUTIONÄREN INDIGENEN KOMITEES – GENERALKOMMANDANTUR DER ZAPATISTISCHEN ARMEE DER NATIONALEN BEFREIUNG

MEXIKO

5 Oktober 2020

An den Nationalen Indigenen Kongress – Indigener Regierungsrat
An die Nationale und Internationale Sexta
An die Netzwerke des Widerstandes und der Rebellion
An die ehrlichen Menschen, die an allen Ecken und Enden des Planten widerstehen

Schwester, Bruder,  hermanoas,
Compañeras, compañeros y compañeroas:

Die Originalvölker mit Mayawurzeln und ZapatistInnen grüßen Euch und wir werden Euch unser gemeinsame Gedanken darlegen, in Anbetracht dessen was wir sehen, hören und fühlen.

Erstens: wir erblicken und hören eine Welt, deren soziales Leben krank ist, zersplittert in Millionen von Personen die sich fremd sind, krampfhaft um das individuelle Überleben bemüht, aber vereint unter der Unterdrückung eines Systems, welches zu allem bereit ist um seinen Durst nach Gewinn zu stillen, obwohl klar ist, dass dieser Weg der Existenz des Planeten Erde zuwiderläuft.

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